Jedes Kind kennt seinen Lieblingsspielplatz. Eltern wissen, welche Rutsche kaputt ist. Aber wer weiß, wie viele es überhaupt gibt? In meiner Stadt hatte niemand eine vollständige Liste. Also habe ich angefangen, eine zu machen. Aus einer simplen Excel-Tabelle wurde ein Projekt. Ich fotografiere Spielplätze, notiere die Ausstattung, überprüfe den Sandkasten. Ich bin kein Stadtplaner. Ich mache das, weil mir diese Orte etwas bedeuten. Sie sind öffentliche Räume für Freude, und jemand sollte ihnen Beachtung schenken. Meine Datenbank wuchs. Irgendwann stellte ich fest: Ich bin nicht allein. Es gibt eine ganze Szene von Leuten, die ähnliche Dinge kartieren, von historischen Straßenlaternen bis zu Brunnen.
Die praktische Seite solcher Hobby-Projekte ist schnell erklärt: Man braucht eine Möglichkeit, die gesammelten Punkte zu speichern, zu organisieren und vielleicht sogar für andere sichtbar zu machen. Eine eigene Website ist hier oft der logische Schritt. Für meine Spielplatzkarte nutze ich eine Plattform, die genau auf diese Art von privaten Kartierungsprojekten ausgelegt ist. Man kann dort ohne großen Aufwand Orte eintragen und beschreiben. Wer selbst ein solches Vorhaben starten möchte, findet zum Beispiel bei Am Wiedhag online eine einfach zu handhabende Basis dafür. Der Vorteil ist, dass man sich ganz auf den Inhalt konzentrieren kann und nicht erst in die komplexe Welt der Webentwicklung einsteigen muss.
Die Motivation hinter der Sammelleidenschaft
Warum tut man sich das an? Es geht nicht um Effizienz oder einen praktischen Nutzen. Es ist der Drang, etwas zu dokumentieren, was sonst unsichtbar bleibt. Ein Spielplatz ist heute da, morgen vielleicht saniert oder ganz weg. Mein Foto und meine Notizen halten einen Zustand fest. Das schafft eine Art persönliches Archiv. Für mich ist das ein kreativer Ausgleich zum Job. Ich gehe raus, ich beobachte, ich sortiere die Informationen später am Rechner. Es hat etwas Meditatives.
Die Methode: Systematisch, aber nicht wissenschaftlich
Ich habe mir einfache Regeln gegeben. Jeder öffentlich zugängliche Spielplatz in den Stadtgrenzen zählt. Ich erfasse das Datum des Besuchs, den großen Standort und die Hauptgeräte. Ich bewerte nichts. Ich beschreibe nur. Ob eine Schaukel fehlt, ob der Boden aus Rindenmulch oder Fallschutzsand ist. Diese Neutralität ist mir wichtig. Es soll keine Bewertungsplattform werden, sondern ein Katalog. Manchmal mache ich nur Notizen auf dem Handy. An anderen Tagen nehme ich die richtige Kamera mit. Es kommt auf die Stimmung an.
Von der Notiz zur öffentlichen Karte
Die eigene Website war der Wendepunkt. Plötzlich konnte ich meine gesammelten Punkte auf einer Karte sehen. Das veränderte alles. Aus einer Liste wurde eine Landkarte voller Erinnerungen. Ich entschied mich, die Karte öffentlich zugänglich zu machen. Die Reaktionen waren überraschend. Eltern schrieben mir, um einen neuen Spielplatz zu melden. Ein Schulprojekt fragte nach den Daten für eine Statistik. Meine private Leidenschaft hatte einen kleinen, nützlichen Nebeneffekt für andere geschaffen.
- Standort und Datum des Besuchs sind Pflichtfelder.
- Die Ausstattung wird in Stichpunkten festgehalten.
- Ein aktuelles Foto dokumentiert den Zustand.
- Besonderheiten wie Wasserpumpe oder Inklusionsgeräte werden extra vermerkt.
Die Herausforderungen des Hobby-Kartografen
Nicht jeder Spielplatz ist leicht zu finden. Manche verstecken sich in Hinterhöfen. Andere sind während der Sanierung gesperrt. Dann muss man einen zweiten Anlauf planen. Die größte Hürde ist die eigene Konsequenz. Das Projekt über Jahre am Leben zu halten, erfordert Disziplin. Es gibt keine Deadline, keinen Kunden, der darauf wartet. Nur mich selbst. Manchmal pausiere ich wochenlang. Dann packt mich das Interesse wieder und ich radle an einem Samstag zu fünf neuen Plätzen.
Die unerwartete Community
Durch die Website fand ich zu anderen Sammlern. Einer kartiert öffentliche Bücherschränke. Eine andere dokumentiert den Zustand von Radwegen. Wir tauschen uns über Technik aus, über Datenschutzfragen bei Fotos, über die beste Art, Koordinaten zu speichern. Diese Gespräche sind der schönste Teil geworden. Sie bestätigen, dass diese scheinbar skurrilen Hobbys einen Wert haben. Sie schaffen informelles Wissen über unsere Städte.
Was man aus so einem Projekt mitnimmt
Man lernt seine Stadt mit neuen Augen kennen. Man entdeckt Ecken, die man sonst nie gesehen hätte. Man entwickelt ein Gefühl für städtische Infrastruktur und dafür, wie sie gepflegt oder vernachlässigt wird. Die technische Seite ist zweitrangig. Es geht um die Praxis des genauen Hinsehens. Das ist eine Fähigkeit, die heute oft verloren geht.
- Man wird ein besserer Beobachter.
- Man versteht, wie sich öffentlicher Raum verändert.
- Man schafft eine persönliche, dauerhafte Referenz.
- Man trifft auf Menschen mit ähnlichen Interessen.
Meine Spielplatz-Karte wird nie fertig sein. Immer wird es einen neuen Sandkasten geben, eine umgebaute Rutsche, einen ganz neuen Platz. Das ist in Ordnung. Das Projekt ist der Zweck an sich. Es zwingt mich, rauszugehen und etwas Konkretes, Einfaches zu tun. In einer Zeit, die von großen digitalen Abstraktionen geprägt ist, ist das eine wohltuende Gegenbewegung. Ich habe einen Haufen Daten gesammelt. Aber mehr noch habe ich Hunderte von Orten kennengelernt, an denen Lachen zu hören ist. Das ist genug.

